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Anonym Surfen

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Beschreibung
Einhundertprozente Anonymität im Internet wird kaum zu erreichen sein, aber einige Dienste und Möglichkeiten bieten für Standardnutzer genügend Schutz, um bspw. bekannten Trackingverfahren entgegenzuwirken.
Weitere Infos
Beim Surfen durch das Internet hinterlässt man eindeutige Spuren. Nicht nur durch benutzerseitige, temporäre Anwendungsdateien (z.B. Cookies), sondern auch anhand der IP-Adresse. Gerade durch diese individuelle IP-Adresse, die jedem einzelnen Internetanschluss exklusiv vom Provider zugeteilt wird, kann man letztendlich jeden Nutzer eindeutig identifizieren. Es gibt jedoch vollkommen legale Mittel und Wege, diese IP-Adresse zu verschleiern und auch dem Tracking im Internet (=Aufzeichnung und Auswertung des Nutzerverhaltens) entgegenzuwirken.

Die gängigsten Möglichkeiten zum anonymen Surfen sind:

  • Proxy-Server: Der große Vorteil dieser Methode ist, dass sich Proxy-Server relativ einfach nutzen lassen. In der Regel bieten zahlreiche Anwendungen, die auf eine Internetanbindung angewiesen sind (z.B. Browser, E-Mail-Anwendungen, Chat-Programme), entsprechende Einstellungsmöglichkeiten. Gleichzeitig ist genau das aber auch eines der größten Probleme, denn Datenströme von Anwendungen, die entsprechende Optionen nicht mitliefern, laufen am Proxy vorbei. Ferner kann selbiges unter anderem auch auf Java-Applets und Flash-Objekte zutreffen, daher auch die Empfehlung, unnötige Plug-ins und Add-ons zu deaktivieren. Des Weiteren können Proxy-Betreiber selbst die darüber verschickten Daten abfangen und „mitlesen”, solange man kein HTTPS oder SSL einsetzt, was wiederum von wenigen Proxys unterstützt wird. Weitere Nachteile lassen sich hier nachlesen.

  • Proxy-Kaskaden / Peer-to-Peer-Netze (z.B. TOR, JonDO bzw. JAP, I2P, Freenet): Teilweise sind mittels dieser Netzwerke überdurchschnittlich anonyme und damit sehr sichere Verbindungen möglich. Als Nachteil bei entsprechend kostenlosen Angeboten wird aber oftmals eine relativ langsame Datenverbindung genannt. Ferner kann es beispielsweise im TOR-Netzwerk passieren, dass man eine Abmahnung wegen unerlaubten Filesharings oder anderen illegalen Aktivitäten erhält, obwohl man keine entsprechenden Vergehen begangen hat (siehe Problematik mit Exit-Nodes). Erfolgt der Datenversand nicht über eine gesicherte Verbindung (HTTPS / SSL) können Exit-Nodes sensible Daten (bspw. Logindaten / Passwörter) mitschneiden. Selbst mit HTTPS ist man nicht vollkommen sicher (siehe Nachteile bzgl. TOR).

  • VPN- und weitere Anonymisierungsdienste: Beachtet man einige Hinweise wie die Vorbeugung gegen DNS-Leaks und die Abschaltung von IPv6 (siehe Sicherheitstipps weiter unten), wird der gesamte Internetverkehr über diesen Tunnel geleitet. Als Nachteil gilt es zu erwähnen, dass in der Regel nur kostenpflichtige Angebote wirklich brauchbar sind, bspw. gute Downloadraten bieten. Bei ungesicherter Verbindung zum Anbieter oder auch unsicherer Zahlung besitzt jener Daten, wodurch man wiederum nicht vollkommen anonym ist.

Wer in Anbetracht der genannten Problematiken, möglichst viel Anonymität ohne weiteren technischen Hintergrund erreichen möchte, ist derzeit mit der Sicherheitskette

PC > VPN bzw. VPN-Provider > Proxy (idealerweise Socks5) > Internet

gut beraten, aber selbst damit ist man nicht komplett anonym. Zum einen ist man bei einer aktiven Einwahl auch über Anonymisierungdienste technisch grundsätzlich zurückverfolgbar, sonst könnte man keine Dateien empfangen. Zum anderen ist man auf die Verschwiegenheit des jeweiligen Anbieters angewiesen. In der Praxis kann man es potentiellen Verfolgern nur so schwer wie möglich machen, wobei natürlich jede oben erwähnte Option allein für sich schon mehr Schutz bietet, als vollkommen ohne entsprechende Vorkehrungen durchs Netz zu surfen.


Sicherheitshinweise bei Verwendung von Anonymisierungsverfahren:

Das oft von VPN-Anbietern angebotene PPTP-Verfahren sollte nach Möglichkeit gemieden werden, da es mittlerweile schon kompromiertierbar ist. (Quelle: Heise.de).
Weiterhin muss bedacht werden, dass man auch durch nicht-anonyme Bezahlsysteme bei kostenpflichtigen Anbietern ermittelbar bleibt.
Wer ferner einen hohen Wert auf Anonymität Wert legt, sollte IPv6 deaktivieren, da Anonymitätsdienste in der Mehrzahl bisher nur IPv4-Verbindungen verschleiern und eine aktive IPv6-Schnittstelle praktisch ungeschützt aktiv werden kann, sollte sie angefragt werden.
Ein weiterer Sicherheitshinweis diesbezüglich ist, dass man, nach Möglichkeit, beim Internetsurfen über gesicherte Verbindungen, HTTPS-Adressen verwenden sollte.
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